Das bisschen Haushalt...

...macht sich von allein - heißt es in einem Lied aus vergangener Zeit(und damit einem doch stark überholten Frauen-/Geschlechterbild).

Gude!

Nein, wir wollen mitnichten über die Putzgewohnheiten in damaliger oder heutiger Zeit sprechen...
Vielmehr werfen wir einen Blick auf den Haushalt 2017 der Gemeinde Egelsbach. Einen kleinen Überblick auf ein paar Zahlen findet ihr u.a. in dieser Präsentation, welche bereits an der Bürgerversammlung letzte Woche vorgestellt wurde.

Nächstes Jahr schreiben wir bekanntlich das Jahr 2017. Jenes Jahr, in dem in unserem Haushalt die Null stehen muss, gemäß Schutzschirmvorgaben des Landes Hessen.
Damit liegen dann 5 Jahren hinter uns, wo strikt gespart werden musste(und Steuern/Gebühren erhöht wurden).
Es ist aber auch nicht so, dass wir danach wieder in Saus und Braus leben können(und schon gar nicht sollten). Denn auch in den 3 Jahren nach dem Schutzschild muss ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden.
Es heißt also weiterhin, die goldenen Jahre(aka Geldverschwendung) sind vorbei.

Was hat sich verändert in den 5 Jahren? Wie sehr hat die oft zitierte Lebensqualität darunter gelitten?
Große Schließungen öffentlicher Einrichtungen blieben aus. In einem Artikel in der OP-Online aus dem Jahr 2013 wurde von einem Bürger gemutmaßt, "dass es 2016 kein Schwimmbad, Bürgerhaus und Eigenheim mehr geben wird".
Gut, man muss erwähnen, beim Eigenheim war es ja sehr knapp. Stand doch die Abrissbirne sprichwörtlich schon bereit. Und geöffnet ist es derzeit ja auch (noch)nicht. Die Bücherei z.B. musste durch die evangelische Kirche gerettet werden, wäre sie sonst dem Rotstift zum Opfer gefallen. Was beim Schwimmbad, ohne die Gründung des Fördervereins, wohl auch der Fall gewesen wäre.

Aber sonst? Alles noch da(wenn auch nicht immer in bestem Zustand).

Gut, um den Standard zu halten wurde die Grundsteuer B(der Punkt, wo man am ehesten ansetzen kann um mehr Geld in den leeren Beutel zu bekommen) seit 2012 sukzessive von 300 auf derzeit 500 Punkte erhöht, und hat damit bei manchem Haushalt für ein großes Loch gesorgt. Sind in diesem Haushalt auch noch Kleinkinder dabei, war die Belastung aufgrund der erhöhten Kosten für die Kinderbetreuung noch höher.
Wobei da die (Plicht)Einführung der U3 Betreuung ja auch eine Rolle spielte.

Und nun soll die Grundsteuer B zum 1. Januar 2017 ein weiteres Mal erhöht werden. War erst von 100 Punkten die Rede, spricht man nun davon, dass es auch weniger sein könnte.

Aber dafür konnte die Gemeinde ja auch, wie erwähnt, den Standard halten.
Schulbetreuung, VHS, Freibad, Bürgerhaus. Dies alles ist noch da.
Bei der U3 Betreuung sind wir sogar führend im Kreis Offenbach, was die Versorgunsquote betrifft(siehe in oben verlinkter Präsentation, Seite 12)!
Dazu konnten Spielplatzsanierungen und Erneuerung der Außen- und Sanitäranlage des Freibades vorgenommen werden.
Und Geld für das Bürgerbüro im Ortskern war auch noch drin.

Somit ist doch eigentlich alles gut!

Aber bei einem Punkt der Vorstellung des Haushaltes 2017, habe ich dann doch etwas gestaunt.
Beim Punkt Ein- und Ausgaben(Seite 7 in erwähnter Präsentation).
Knapp 7,6 Millionen für Personalkosten. Auf den ersten Blick doch ein recht stattliches Sümmchen, für so ein kleines Dörfchen, oder?!

Der Bürgermeister hatte dafür natürlich eine(durchaus plausible) Erklärung.
Die Personalkosten sind deshalb so hoch, da durch die U3 Betreuung ja mehr Personal gebraucht wurde. Ebenso natürlich auch für die Ü3 Kindergartenkinder.
Und da wir ja unsere Kitas(bis auf eine) in eigener Regie führen, muss dafür auch tief in die Tasche gegriffen werden. Qualität hat bekanntlich ihren Preis.

Was mich zu der Frage führt: Wie läuft es eigentlich in der von der AWO geführten Kita?
Ich erinnere mich an große Diskussionen, welche im Vorfeld der Übernahme durch die AWO auftauchten. Die Rede war von einem Verlust der Qualität der Betreuung, eine Umgewöhnung für die Kinder(durch neues Personal und damit Bezugspersonen) und natürlich Verlust des Arbeitsplatzes von den gemeindeeigenen Erzieherinnen(da niemand zur AWO wechseln wollte).
Nachzulesen hier und hier.
Aber seitdem die AWO nun tatsächlich drin ist, habe ich nichts mehr darüber gehört.
Ist nun also doch nicht alles so schlimm? Läuft es am Ende gut?
Vielleicht sogar so gut, dass man darüber nachdenken könnte, weitere Kitas an einen externen Betreiber auszulagern?
Und so einen riesen Batzen an Personalkosten einsparen könnte?

Deshalb die Frage an die Eltern, deren Kinder in der Kita "Unterm Dorf" betreut werden(oder in anderen Kitas unter externer Führung):
Was hat sich seit der Übernahme geändert? Hat sich was geändert(gut oder schlecht)? Wäre es denkbar, auch andere Kitas in fremde Hände zu geben? Und so die Personalkosten zu senken? Das Geld für andere Sachen zur Verfügung zu haben. Schreibt es in den Kommentaren.